Kommt es zu einem Mangel an Lithium Rohstoffen durch den Batterieboom im Markt?

By Gregory Brew for Oilprice.com, 22.08.2017

Übersetzt, zusammengefasst und kommentiert von Tim Schäfer Envites Energy,
Nordhausen für die Initiative Pro Li-Ionen-Batterien.


Die Märkte für Li-Ionen-Batterien wachsen seit Jahren mehrstellig und die Investitionen und Voraussagen am Markt lassen einen ebenso prosperierenden Zukunftsblick zu.

Weltweites Interesse in erneuerbarer Energie bedeutet eine höhere Nachfrage nach Batterien, die für die Erneuerbare Energien mit fossilen Brennstoffen in Bezug auf Zuverlässigkeit und Konsistenz konkurrenzfähig sein wird.

Chinesische Unternehmen planen derzeit Fabriken mit der Fähigkeit, 120 GW-Stunden pro Jahr bis 2021 zu generieren, dreimal quasi die Kapazität der Tesla-Fabrik in Nevada, nach Bloomberg. China ist selbst ein bedeutender Lithium-Produzent, vierte hinter Argentinien, mit einer Leistung von 2 Tausend Tonnen. Bisher hat in Deutschland ein Konsortium um TERRA E auch eine GW Fab angekündigt, deren Kapitalbedarf in exorbitantem Milliardenbereich liegen soll.

Wenn die gegenwärtige Produktion nicht steigt oder geplante Minen nicht wie erwartet produzieren, könnte der Elektroauto-Boom abbrechen. Volkswagen hat geschätzt, dass die Branche vierzig "Giga-Fabriken" braucht, um die zukünftige Nachfrage zu decken, und ein riesiger Mangel könnte bis 2025 auftreten, wenn mehr Minen und Fabriken nicht online kommen.

Reicht für Elektromobilität das Lithium, wir haben dazu ja bereits Fakten geliefert und einen Mangel verneint. Seinerzeit sind wir aber auch davon ausgegangen, die Technologie geht noch nicht zum Li-Metall. Dies scheint sich aber insbesondere bei den deutschen Automobilisten zu ändern. Mithin könnte sich damit absehbar ein Mangel einstellen?

Derzeit produziert Australien 14,3 Tausend Tonnen Lithium, aus einer Gesamtproduktion von 36 Tausend Tonnen. Chile kommt in zweiter Stelle bei 12 Tausend, Argentinien drittens bei 5,7 Tausend.

Australien könnte eine weitergehende Schlüsselrolle bekommen, neben Chile, Argentinien, Bolivien oder auch China selbst (Tibet). Der derzeitige Asset-Boom in Australiens $ 90 Milliarden Bergbauindustrie zementiert den Status des Landes als weltweit führenden Lithiumproduzenten, trotz der Tatsache, dass Chile und Argentinien siebenundsechzig Prozent der weltweiten Lithiumreserven besitzen. Australische Unternehmen haben vier Minen in der Produktion und drei weitere Operationen voranzutreiben. Das Greenbushes-Projekt von Talison Lithium, einer Tochtergesellschaft der Tianji-Gruppe und Albermarle, ist die weltweit größte Hard-Rock-Lithium-Mine und wird mit frischem Kapital von chinesischen und australischen Investoren erweitert.

Bloomberg erwartet, dass EVs in den kommenden Jahren den traditionellen Autoverkauf übertreffen, und viele namhafte Autohersteller haben angekündigt, ihre EV-Produktion zu erweitern oder in den kommenden Jahren zu EVs zu wechseln. Doch kommen ja auch erst einmal wohl neue Bordnetze, Hybride und wohl doch nicht ganz so viele reine EV, außer als urbanes Fahrzeug mit noch relativ begrenzter Reichweite, die aber allemal ausreichend sein wird.

Die Australier sind optimistisch und zerstreuen Bedenken, man kann die Li-Produktion hochfahren. Das lohne sich auch dann, wenn die Elektrofahrzeuge nicht gleich so massiv in den Markt kommen.

Der Autor denkt aber auch daran, dass sich zumindest beim Li-Metall dann ja auch ein Stoffkreislauf einstellen lässt, ähnlich wie heute in der Bleibatterieindustrie.

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